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Die Herzwurmerkrankung beim Hund

 

Der Herzwurm des Hundes, Dirofilaria immitis, sollte jeden interessieren, der einen Hund oder eine Katze aus einem der südlichen Länder hat oder beabsichtigt, dorthin mit seinem Tier zu verreisen.

 

 

Wen kann Dirofilaria immitis befallen?

Dirofilaria immitis hat ein breites Endwirtspektrum und umfasst außer dem Hund und der Katze noch weitere Karnivoren (Fleischfresser) wie Fuchs, Kojote, Wolf und Dingo. Auch Seehunde, bestimmte Affenarten, der Waschbär und auch der Mensch können sich infizieren.

 

 

Wo kommt D. immitis hauptsächlich vor?

Als Verbreitungsgebiete gelten das südliche Kanada, die USA, Mittel- und Südamerika, große Teile Afrikas, südliches Asien, der pazifische Raum, Japan, Australien und zum Teil das Mittelmeergebiet. Das größte europäische Endemie Gebiet liegt in der Poebene in Norditalien, wo ca. 50-80% der Hunde von D. immitis befallen sind. D. immitis hat sich bisher bis an den Südrand der Alpen ausgebreitet. Auch sollte man beim Urlaub mit Hund in der Südschweiz, Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich eine Prophylaxe treffen. In Frankreich reichen einige Endemie Gebiete bis nördlich von Paris.

 

 

Wie steckt sich der Hund an?

Die Larvenstadien von D. immitis vermehren sich in verschiedenen Arten von Stechmücken. Weltweit haben sich über 60 Mückenarten als geeignet für das Zwischenwirtstadium erwiesen. In den Stechmücken entwickeln sich die Larven bis sie ein infektiöses Stadium erreicht haben. Dann wandern sie zum Stechrüssel und gelangen beim Blutsaugen in Ihren Endwirt. Bei einer Temperatur unter 18°C, in neuerer Literatur sogar nur 14°C, sistiert die Larvenentwicklung in der Mücke. Die Larven entwickeln sich dann erst wieder bei einer Temperaturerhöhung weiter. Unterhalb dieser Temperaturgrenze ist man also vor einer Infektion weitgehend geschützt.

 

 

Was passiert, wenn der Hund sich infiziert hat?

Nach dem Stich einer infizierten Mücke wandern die Larven auf verschiedenen Wegen (Haut, Muskelfasern, Nacken) zu den Venen und häuten sich auf ihrem Wege. Das Herz erreichen dann bereits adulte Stadien. Etwa 7-9 Monate nach dem Einstich der Mücke enthalten dann die reifen Weibchen erste Larven, die sogenannten Mikrofilarien. Die Mikrofilarien werden dann ins Blut ausgeschwemmt und können erneut von saugenden Mücken aufgenommen werden. Die adulten Weibchen werden im Endwirt 25-31 cm lang, die Männchen erreichen 12-20 cm. Vereinzelt kommen Herzwürmer auch in den Bronchien, im Auge, im Zentralen Nerven System und in der Bauchhöhle vor.

 

 

Wie bemerke ich, dass sich mein Hund infiziert hat?

Oftmals merkt man dem Hund über mehrere Jahre nichts an, denn viele Infektionen verlaufen zunächst ohne Symptome. Auch scheint es bei Herzwürmern offenbar einen Mechanismus der Begrenzung der Population zu geben. Durchschnittlich hat ein befallener Hund 7-15.

 

adulte Exemplare, vereinzelt kommen jedoch auch bis zu 300 Würmer in einem infizierten Hund vor. In diesem Fall quillt das Herz bereits vor lauter Würmern über, was zum Tode des Hundes führt. Als erste Symptome stellen sich oft ein chronischer Husten, Gewichts- und Konditionsverlust, Haarkleid Veränderungen, eine leichte Anämie und erschwertes Atmen nach körperlicher Belastung beim Hund ein. In schweren Fällen kommen Herzrasen und beschleunigte Atmung hinzu. Ohnmachtsanfälle bei Anstrengung sind möglich. Die Schleimhäute können blass sein und es kann zu Leber- und Nierenfunktionsstörungen kommen.

 

 

Was wird bei einem Verdacht auf Herzwürmer gemacht?

Der Tierarzt wird eine Blutprobe nehmen und sie in ein spezielles Labor (in Deutschland meist nach München) zur Untersuchung schicken. Aber auch ein großes Blutbild kann einen Hinweis auf einen Befall geben. Schlechte Nieren- und Leberwerte, verminderte Anzahl von Erythrozyten und in bestimmten Krankheitsstadien eine Erhöhung der eosinophilen Granulozyten können auf Herzwürmer deuten. Weiterhin kann man durch Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen, sowie einem EKG Veränderungen in den betroffenen Organen (vor allem Herz) feststellen, die auf die Herzwürmer zurückzuführen sind.

 

 

Therapie

 

Ist ein Hund befallen, so hängt die Therapie vom Grad der Erkrankung ab. Zumeist wird der Tierarzt ein Mittel zum Abtöten der adulten Würmer und der Mikrofilarien verabreichen. Hat der Hund jedoch besonders viele adulte Würmer, können diese frei in der Blutbahn zirkulierenden toten Würmer zu einer Thromboembolie in den Lungengefäßen führen. Wenn man dies befürchten muss, werden auch Blutverdünner zusätzlich verabreicht. Bei besonders schweren Fällen bedarf es der chirurgischen Entfernung der Würmer.

 

 

Prophylaxe

 

Zur Prophylaxe stehen mehrere gut wirksame und gut verträgliche Medikamente zur Verfügung. Man verabreicht sie z.B. in Tablettenform innerhalb von 30 Tagen nach Einreise in ein Endemie gebiet. Die Medikamente wirken auf die Larven und verhindern so die Entwicklung von adulten Würmern. Herzwürmer beim MenschenD. immitis wird gelegentlich von Stechmücken auf den Menschen übertragen. Es entwickeln sich jedoch nur unreife Stadien in dem Lungengewebe, die oft keine Symptome auslösen. Die etwa 1-4 cm großen Rundherde in der Lunge werden meist zufällig bei der Röntgenuntersuchung entdeckt

 

und können schnell mit Tumoren verwechselt werden.

 

Quelle: www.greyhoundprotection.de

 


Leishvet, informatives Merkblatt

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Leishmanose

 

Übertragung:

 

Die Leishmanien, befinden sich beim Hund und Mensch innerhalb der Zellen von Knochenmark, Leber und Milz. Im Knochenmark werden unsere weißen Blutkörperchen gebildet, die eigentlich zu unserem körpereigenen Schutz da sein sollten. Die Leishmanien haben es geschafft unser Immunsystem zu täuschen und können sich innerhalb der weißen Blutkörperchen als unbewegliche, kugelige Formen vermehren. Wenn nun ein solches weißes Blutkörperchen beim Stich von einer Sandmücke aufgenommen wird und in den Mückendarm gekommen ist, vollzieht sich eine vollständige Verwandlung. Die zuvor kugeligen Leishmanien verwandeln sich in bewegliche Formen. Diese Leishmanien wandern dann in die Speicheldrüse der Sandmücke. Hier oder auch im Mückendarm vermehren sie sich. Diese Leishmanien blockieren schließlich den Speichelfluss bei der Sandmücke. Wenn diese Mücke nun erneut Blut saugen will führt dieses anfänglich zu Schwierigkeiten. Beim Versuch Blut zu saugen würgt die Mücke die blockierenden Leishmanien in die Stichstelle. Im Fall, daß sich die Leishmanien im Mückendarm entwickelt haben, wandern die Leishmanien mehr oder weniger aktiv in die Stichstelle – die Infektion eines Hundes oder Menschen ist erfolgt.

 

Deshalb ist es sehr wichtig, dass infizierte wie auch nicht infizierte Hunde immer vor Sandmücken geschützt werden (Scalibor, Spot on, u.sw.) um eine Re-infektion oder eine Neuinfektion zu vermeiden.

 

Übertragung durch Bluttransfusion

 

Die Übertragung wurde in Studien nachgewiesen, auch wenn im peripheren Blut die Leishmanien nur sehr wenig nachweisbar sind, sollte ein infizierter Hund niemals Blutspenden.

 

Übertragung beim Geburtsakt

 

In einer Studie konnte bei mehreren Hunden im Plazentagewebe sowohl bei der Hündin wie auch bei den Welpen Leishmanien nachgewiesen werden. Es können im gleichen Wurf infizierte sowie auch nicht infizierte Hunde vorkommen, ein grosses Risiko besteht jedoch. Bei infizierten Welpen kann der Leishmaniose Titer im Verlauf des 1. Jahres wieder negativ werden. Eine Vermehrung von Leishmaniose positiven Hündinnen sollte auf jeden Fall vermieden werden.

 

 

 

Übertragung beim Deckakt

 

Es ist eine Studie vorhanden, welche belegt, dass bei erkrankten, Leishmaniose positive Rüden Leishmanien im Genitalgewebe und im Sperma nachweisbar waren. Dies ergibt die Möglichkeit, dass bei einem Deckakt eine Übertragung denkbar wäre. Da die Übertragung nicht auszuschliessen ist, sollte eine Vermehrung eines seropositiven Rüden auf jeden Fall vermieden werden.

 

Andere Übertragungsarten (Normaler Kontakt, Kot, Speichel..)

 

Infektiöse Leishmanien befinden sich weder im Speichel, Kot noch im Urin des Hundes. Es wurde bereits untersucht was passiert, wenn Leishmanien oral aufgenommen werden, sie werden beim Verdauungsprozess getötet und mit dem Kot wieder ausgeschieden. Eine Ansteckung beim Knuddeln, Spielen, Küssen und Schmusen ist somit ausgeschlossen.  Die Leishmanien sind in der freien Umgebung nicht lebensfähig.

 

 

 

Therapie

 

Als erster Schritt sollte immer ein länderspezifisches Reiseprofil mit allen Mittelmeerkrankheiten gemacht werden damit klar ist, ob der Hund noch andere Mittelmeerkrankheiten im Gepäck hat, denn diese können sich auch auf die Leishmaniose auswirken. Ausserdem kann z.B. Ehrlichiose ein ähnlich schlechtes Blutbild auslösen.

 

Ein Hund der unter einer medikamentösen Therapie steht, sollte durch engmaschige Laborkontrollen überwacht werden. Es empfiehlt sich alle 3 Monate ein grosses Blutbild inkl. Organwerte, eine Eiweisselektrophorese (EEP) sowie eine Urinkontrolle durchzuführen. Je nach Verlauf und Stabilität des Hundes kann die Blutuntersuchung auch alle 6 Monate gemacht werden, dies empfiehlt sich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Neben der Therapie ist die Stärkung des Immunsystems  sowie eine ausgewogene Fütterung sehr wichtig.

 


 

Allopurinol ist das Medikament erster Wahl, es hilft den Hund zu stabilisieren und die Leishmanien weitgehend zurückzudrängen. Dieses Medikament ist nicht als Dauermedikation gedacht und das Ziel wäre es, dass der Hund ohne Allopurinol die Leishmaniose selber kontrollieren kann. Es wird empfohlen Allopurinol bei ersten Symptomen (innerlich / äusserlich) einzusetzen und mind. 6-12 Monate weiter zu geben (engmaschige Laborkontrolle wichtig!). Gewisse Hunde können bei stabilen Blutwerten danach Allopurinol absetzen. Leider gelingt dies nicht immer, es gibt Hunde die sehr lange dieses Medikament einnehmen müssen. Auch gibt es Hunde bei denen Allopurinol nicht ausreicht und die Leishmanien sich weiter vermehren und sich ausbreiten, zu diesem Zeitpunkt erfolgt der Einsatz eines „Leishmanizids“ siehe weiter unten.

 

Allopurinol darf und sollte in Kombination mit Miltefosin oder Glucantime eingesetzt werden!

 

Wirkung
Leishmanien können im Gegensatz zu Hunden Purine nicht selber herstellen, sind jedoch auf Zwischenstufe (Hypoxanthin) von ihrem Wirten angewiesen. Allopurinol ist von der Struktur her sehr ähnlich wie Hypoxanthin und wir somit von den Leishmanien in ihren Organismus aufgenommen. Wenn die Leishmanien Allopurinol verstoffwechseln, entsteht eine schädliche Verbindung welche zu einer Störung der Vermehrung von Leishmanien führt. Die Parasiten werden in ihrer Vermehrung gehemmt jedoch nicht wie z.B. bei Glucantime oder Miltefosin eliminiert. Falls eine Monotherapie mit Allopurinol erfolgt und das Medikament aufgrund guter, stabiler Blutwerte abgesetzt werden kann, ist es sehr wichtig, dies langsam zu tun, da es sonst zu einer erneuten Erhöhung der Parasiten im Organismus des Hundes führen kann.

 

Wechselwirkung
Es sind Wechselwirkungen zwischen Allopurinol und Amoxicillin  bekannt (Breitband-Antibiotikum), dies steht auch im Beipackzettel von Allopurinol geschrieben.

 

Resistenz
Eine Resistenzbildung gegen Allopurinol wird in Studien untersucht und es gibt erste Hinweise darauf. Allopurinol sollte nicht primär als Dauermedikation angesehen werden sondern wirklich nach Bedarf.

 

Nebenwirkungen
In der Regel wird dieses Medikament von den Hunden sehr gut vertragen.
Bei längerer Gabe treten immer wieder Xanthinkristalle auf bei Hunden welche nicht purinarm ernährt werden. Daher sollten Nahrungsmittel mit hohen Puringehalt (Haut, Hefe und Innereien) gemieden werden.

 

Dosierung
Die Mindestdosierung liegt bei 10mg/Kg Körpergewicht, mittlere Dosis liegt bei 20mg/Kg Körpergewicht und die Maximaldosierung liegt bei 30mg/kg Körpergewicht, bei schweren Hunden sollte 900mg als tägliche Dosis nicht überschritten werden. Da Allopurinol eine kurze Wirkungsdauer hat, sollte es auf 2 oder 3 mal täglich aufgeteilt werden um den Wirkstoffspiegel im Blut konstant zu halten.

 

Zulassung
Da es ein Humanpräparat ist, ist es weltweit zugelassen.

 

Kosten
1 Packung 100mg ca. 9-12 Euro, in der Schweiz ca. 9-11 CHF

 

Miltefosin (Miteforan ®)

 


 

Miltefosin (Stoffname: Hexadecylphosphocholin, Oleylphosphocholine) wird oral bei Hunden mit einem akuten Leishmanioseschub eingesetzt. Es hat eine leishmanizide (Leishmanien abtötende) Wirkung. Es ist das erste Medikament welches oral gegen die canine Leishmaniose eingesetzt wird.

 

Wirkung
Es verursacht eine Störung des Stoffwechsels der Leishmanien was zu einem Zelltod führt.  Ausserdem stimuliert es als Immunmodulator auch noch die T-Zellen.  Es kann vorkommen, dass trotz der längeren Halbwertszeit nicht alle Parasiten in den tieferen Geweben eliminiert werden und es eine erneute Gabe von Miltefosin oder Glucantime ® braucht.

 

Wirkungseintritt
Miltefosin wird im Gastrointestinaltrakt aufgenommen. Aufgrund der langen Zeit bis es vollständig aufgenommen und wieder eliminiert ist (ca. 160h beim Hund) kommt es bei der täglichen Gabe zu der gewünschten Kumulation des Wirkstoffes. Besonders hohes Vorkommen des Wirkstoffes wird in der Niere, Darmschleimhaut, der Leber und Milz festgestellt. Bereits nach 10 Tagen wird eine Verbesserung der klinischen Symptome festgestellt. Es wird nicht so wie Glucantime ® über die Niere sondern hauptsächlich über den Kot ausgeschieden, weshalb es auch bei bereits bestehender Nierenschädigung eingesetzt werden kann.

 

Resistenz
Eine genaue Resistenzbildung wurde bisher nicht Untersucht, es fällt jedoch auf, das Hunde auf den 2 oder 3 Einsatz von Milteforan nicht gleich gut ansprechen.

 

Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall auch kann der Hund appetitslos werden. Daher gilt bei der Gabe von Miltefosin falls Nebenwirkungen auftreten: alle Hundetauglichen Lebensmittel sind erlaubt. Der Wirkstoff ist jedoch Schleimhautreizend und sollte daher immer gut verpackt (z.B. in Hühnerherz oder in Kapseln abgefüllt) mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Es empfiehlt sich auch ein Magenschutz vorgängig  zu geben (Achtung unbedingt zeitlich versetzt und nicht gleichzeitig!)

 

Dosierung
1ml pro 10Kg Körpergewicht einmal täglich oral über 28 Tage. Immer wieder sehen wir auch längere Gaben (30-35 Tage), in der Literatur wird es mit 28 Tagen beschrieben. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Hund regelmässig (ca. alle 3 Tage) gewogen wird und die Dosis an das Gewicht angepasst. Allopurinol muss während der Gabe von Miltefosin nicht abgesetzt werden. Im Handel sind Flaschen von 30 – 90ml erhältlich. Miltofesin wirkt noch bis zu 4 Wochen nach der Absetzung nach, mit einem erneuten Bluttest sollte also 4-6 Wochen gewartet werden.

 

Zulassung
In der Schweiz, Österreich, England, Niederlande, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal ist Miltefosin zugelassen.

 

Megluminantimonat (Glucantime ®)

 


 

Glucantime ® (Stoffname: N-Methylglucamin-Antimonat) wird mittels einer Spritze subkuntan beim Hund verabreicht. Es ist bereits viele Jahre im Handel und zeigt eine sehr gute leishmanizide (Leishmanien abtötende) Wirkung.

 

Wirkung
Durch den Wirkstoff wird dem Parasiten die Energie genommen, welches zum Tod des Parasiten führt.

 

Wirkungseintritt
Der Wirkstoff von Glucantime ® hat eine kurze Wirkungsdauer und wird über die Niere (in spätestens 15h) ausgeschieden. Bereits nach 10 Tagen wird eine Verbesserung der klinischen Symptome festgestellt.

 

Resistenz
Bei einigen Leishmanien-Stämmen v.a. in Afrika und Asien sind bereits Resistenzen gegen Glucantime ® bekannt. In unseren Breitengraden ist noch keine bekannt. Es sollte darauf geachtet werden die Dosis nicht zu niedrig zu halten oder zu kurz zu geben um eine Resistenz beim Hund zu vermeiden.

 

Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Abgeschlagenheit, Anschwellung und Schmerzen der Einstichstellen, leichte Übelkeit und Durchfall. Bei bereits bestehender Nierenschädigung ist dieser Wirkstoff eher nicht zu empfehlen. In Begleitung eines erfahrenen Tierarztes kann es auch bei bereits bestehender Nierenschädigung in einer niedrigen Dosierung 2 x täglich eingesetzt werden (Achtung dann müssen die Nierenwerte häufiger, also alle 3-4 Tage kontrolliert werden). Vor dem Einsatz von Glucantime ® ist daher die Überprüfung der Nierenfunktion mittels  Blut und Urin besonders Wichtig. Auch während der Behandlung müssen 1 x wöchentlich die Kreatinin und Harnproteinwerte überwacht werden.

 

Dosierung
Vom Hersteller empfohlen wird 0.33ml pro KG Körpergewicht 1(oder 2) mal täglich subkutan (unter die Haut) gespritzt. Es wird ein Behandlungszeitraum von 4 Wochen empfohlen. Allopurinol muss während der Gabe von Glucantime ® nicht abgesetzt werden.

 

Zulassung
In der Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal ist Glucantime ® zugelassen.

 

Domperidon

 


 

Seit dem Jahr 2012 gibt es ein Produkt Namens Leisguard (Domperidon) auf dem Markt. Der Wirkstoff Domperidon ist ein immunpotenzierendes Mittel, heißt, es stärkt das Immunsystem ganz gezielt in diesen Zellen welche für die Bekämpfung der Leishmaniose wichtig ist. Das Mittel wird bei Hunden, welche mit Leishmaniose infiziert sind als Kur empfohlen, um den Hund zu stärken. In Studien wurde es auch präventiv gegen die Leishmaniose gegeben, da es jedoch den Stich, also die Übertragung der Infektion nicht unterdrücken kann, würde ich IMMER ein Spot-on oder Halsband und nicht Leishguard (Domperidon) als Prävention einsetzen und nicht nur Domperidon. Domperidon ist auch in Tablettenform erhältlich und v.a. für grössere Hunde geeignet, bei kleineren Hunden kann Leishguard (flüssig) besser dosiert werden. Dieses Medikament sollte max. 2-3 x pro Jahr als Kur eingesetzt werden, nicht jedoch im akuten Schub als Therapie!

 

Als Nebenwirkungen sind uns bei Weibchen Scheinträchtigkeit (Milchproduktion), Abgeschlagenheit, vermehrt Hunger oder jedoch auch verminderter Hunger bekannt.

 

Dosierung: 0,1 ml pro KG

 

Andere Medikamente

 

Artemisia annua (Beifuss)

 


 

Es gibt in gemässigten Klimazonen mehr als 300 Artemisia-Arten (Beifussgewächs). Die spezielle Sorte Artemisia annua ist in der chinesischen Volksmedizin schon seit 2000 Jahren bekannt und hat in letzter Zeit vor allem als Malaria und Krebs Mittel Aufmerksamkeit erlangt. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Pflanze Artemisia eine abtötende Wirkung auf Leishmanien hat.
Beifuss gibt es in verschiedenen Formen zu kaufen: als Tinktur, getrocknetes Kraut oder Kapseln.
Im Handel ist auch eine Lösung, welche zusätzlich zu Beifuss Kardenwurzel enthält, erhältlich (Pernaturam Artemis). Diese ist aber sehr stark im Geruch und daher nicht so einfach zu verabreichen.
Für den Hund erscheint die Kapsel Form die geeignetste zu sein (kann geöffnet werden). Die Dosierung solle mit einem Tierheilpraktiker angeschaut werden oder du darfst dich gerne an uns wenden.

 

Neben den oben genannten Medikamenten sind noch andere Mittel im Einsatz gegen die Leishmaniose bekannt (z.B. Ketoconazol, Metronidazol, Marbofloxacin). Diese Wirkstoffe wurden jedoch bis heute in klinischen Studien nicht genügend erforscht und sind daher noch/nicht zu empfehlen. 

 

Studien/Dissertationen

 

Hier findest du die neusten Studien und Dissertationen rund ums Thema Leishmaniose.

 

Dissertation Allopurinol-Therapie bei importierten Hunden mit Leishmaniose ausserhalb des Endemiegebietes, Universität Zürich

 

Resistenzbildung von Allopurinol beim Hund

 

LeishVet Guidelines for dogs and cats (englisch)

 

Untersuchung zur Diagnose und Prognose der caninen Leishmaniose, Ludwig-Maximilians-Universität München

 

Neue Paullone als Wirkstoffe gegen Leishmanien und Trypanosomen, Technischen Universität Carolo-Wilhelmina

Vektorübertragene Infektionen des Hundes („CVBD“) in Europa


FIV bei Katzen

 

FIV ist die Abkürzung für Felines Immundefizienz-Virus. Dieses Virus führt zu einer Immunschwäche und wird deshalb auch als Katzen-Aids bezeichnet, da die Symptome der Erkrankung HIV/Aids beim Menschen ähneln.

 

Katzen mit FIV können mehrere Jahre mit dem Virus infiziert sein, ohne dass die Krankheit ausbricht. Erst wenn die Abwehr zu schwach wird, erkrankt das Tier. Denn sind zu viele Abwehrzellen des Körpers zerstört, kann dieser z.B. Bakterien oder Pilze nicht mehr bekämpfen. Krankheitserreger, die für Katzen mit gesundem Immunsystem ungefährlich sind, können dann zu schweren Erkrankungen führen. 

Wie kann sich eine Katze mit FIV anstecken?

Übertragen wird das FIV-Virus vor allem durch Bisse, z.B. bei Revierkämpfen oder durch den Nackenbiss beim Paarungsakt, seltener bei Kitten bei der Geburt oder durch die Milch einer erkrankten Mutterkatze. Deshalb stecken sich freilaufende, unkastrierte Kater am häufigsten an.

 

Ausserhalb der Katze ist das Virus sehr instabil und kann unter normalen Bedingungen kaum überleben. Bei friedlichen Zusammenleben mehrerer Katzen ist eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich. Wird in einem Mehrkatzenhaushalt eine Katze positiv getestet, ist das kein Grund, das Tier abzugeben, wenn sich die Katzen gut verstehen.
Katzen stecken sich nicht durch gegenseitiges Putzen, gemeinsame Schlaf- oder Futterplätze mit FIV an.

 

Wenn ein Tier an FIV verstorben ist und ein gesundes Tier seinen Platz einnehmen soll, muss man keine Wartezeit einhalten oder spezielle Desinfektionsmassnahmen anzuwenden, weil das Virus ausserhalb des Katzenkörpers nicht lange überlebt.

Eine FIV-positive Katze kann gut mit gesunden Tieren zusammenleben, wenn sie alle sehr friedlich und sozial sind. Das bedeutet aber eine grosse Verantwortung gegenüber den bisherigen Katzen und der neuen. Man muss seine Katzen sehr gut einschätzen können, man sollte nicht nur aus Mitleid eine FIV-positive Katze aufnehmen. Wenn man es psychisch nicht schafft oder die Tiere doch nicht zusammenpassen, bedeutet ein erneuter Umzug einen grossen Stress, nicht nur für das Immunsystem des Tiers.

Können sich Menschen anstecken?

Nein! Es besteht keine Ansteckungsgefahr für Menschen oder andere Tiere. Das FIV-Virus findet man nur bei Katzen. 

Wie kann man FIV testen?

Mit einem Bluttest kann festgestellt werden, ob die Katze FIV-Antikörper hat. Wenn der Test positiv ist, bedeutet das, dass die Katze infiziert ist und dies auch lebenslang bleiben wird. Aber Achtung: Der ELISA-Test kann falsche positive Ergebnisse bringen, weshalb eine Verifizierung über Western Blot oder einen indirekten Immunfluoreszenztest wichtig ist. 

Wie alt wird eine FIV-infizierte Katze?

Tiere mit dem Virus können sehr alt werden und unter guten Bedingungen viele Jahre beschwerdefrei verbringen.
Der Anfang der Abwehrschwäche bleibt oft unbemerkt. Erst Tage bis Wochen danach kann die Katze Fieber haben. Schrumpft die Anzahl der weissen Blutzellen, treten die ersten Infektionen auf. Diese können zunächst noch gut behandelt werden. Mit der Zeit treten immer öfter Symptome auf, schliesslich führt die Immunschwäche zum Tod.

 

Symptome

 

vergrösserte Lymphknoten,Appetitverlust, schlechtes Fell, ungleiche Pupillen, Hautinfektionen, Blasen- und Atemwegsinfektionen, Geschwollene Lymphknoten, Fieber, Müdigkeit, allgemeine Unlust, Gewichtsverlust, Zahnfleisch- und Mundhöhlenentzündungen, Unsauberkeit, Bakterielle und virale Erkrankungen, Anämie, schlecht heilende Wunden, Durchfall, Gelbsucht, tumoröse Lymphknotenveränderungen, Nierenversagen

 

Positiv getestete Tiere sollten stressfrei gehalten und hochwertig ernährt werden. Ungesicherter Freigang darf leider nicht gewährt werden: Um die Ansteckung der Katzen in der Nachbarschaft zu verhindern und um die FIV-positive Katze vor Krankheiten zu schützen. Denn jede Erkrankung kann einen Ausbruch des Virus bewirken! 

Jede Katze mit Freigang kann sich mit FIV infizieren, denn in der Nachbarschaft können Freigänger oder Streuner infiziert sein.